Automatisierte Raumdesinfektion in den Hygieneplan integrieren
Automatisierte Raumdesinfektion beginnt mit einer klaren Planung. Bevor ein System eingesetzt wird, müssen Anwendungsbereich, Zuständigkeiten und die Einbindung in bestehende Hygienemaßnahmen feststehen.
Für Einrichtungen bedeutet das: Der maschinelle Prozess braucht einen organisatorischen Rahmen, der Vorbereitung, Durchführung und anschließende Nutzung des Raums miteinander verbindet.
Den geeigneten Einsatzbereich bestimmen
Am Anfang steht die Bewertung des konkreten Raums: Wie wird er genutzt? Welche Ausstattung befindet sich darin? Welches hygienische Ziel soll erreicht werden?
In medizinischen Einrichtungen beschreibt die KRINKO berührungslose Verfahren wie die H₂O₂-Vernebelung als mögliche Ergänzung bei der Schlussdesinfektion, nicht als Bestandteil der Basishygiene. Ihre Eignung muss für die jeweilige Anwendung bewertet werden. Raumgröße, Ausstattung und Erreichbarkeit der Flächen spielen dabei eine Rolle. KRINKO-Empfehlung zur Flächenhygiene
Zuständigkeiten eindeutig festlegen
Ein nachvollziehbarer Ablauf braucht klare Verantwortlichkeiten. Reinigungspersonal, Hygienefachkräfte, technische Ansprechpartner und die zuständige Betriebsleitung sollten wissen, welche Aufgaben sie übernehmen.
Für die Planung helfen folgende Fragen:
Wer prüft die Voraussetzungen für den Einsatz?
Wer bereitet den Raum vor?
Wer bedient das System?
Wer kontrolliert den Prozessabschluss?
Wer entscheidet über die erneute Nutzung?
Diese Zuordnung sollte in einer verständlichen Arbeitsanweisung festgehalten werden. Schulung und praktische Einweisung helfen dabei, den Ablauf auch bei Personalwechseln einheitlich umzusetzen. Klare Zuständigkeiten, dokumentierte Verfahren und Schulungen gehören zu den Kernelementen organisierter Hygieneprogramme. CDC: Environmental Cleaning Programs
Reinigung und Raumvorbereitung einplanen
Berührungslose Desinfektionsverfahren entfernen keine Verschmutzungen. Die erforderliche Reinigung bleibt deshalb Bestandteil des Gesamtprozesses. KRINKO-Empfehlung zur Flächenhygiene
Welche zusätzlichen Vorbereitungen notwendig sind, ergibt sich aus der Gebrauchsanweisung und dem abgestimmten Hygienekonzept. Dazu gehört auch die Klärung, welche Gegenstände im Raum verbleiben dürfen und wie der Zugang während des Verfahrens gesichert wird.
Eine kurze, auf den jeweiligen Raum zugeschnittene Checkliste kann die Übergabe zwischen Vorbereitung und Anwendung erleichtern.
Die gesamte Zeit bis zur Freigabe berücksichtigen
Für die Einsatzplanung zählt die Zeit vom Beginn der Vorbereitung bis zur erneuten Nutzung. Dazu können Reinigung, Einrichtung des Systems, Prozessdauer und die vorgesehenen Maßnahmen zur Wiederbetretung gehören.
Das Ende eines Programms bedeutet nicht automatisch, dass der Raum sofort betreten werden darf. Bei H₂O₂-Verfahren hängt die Wiederbetretung unter anderem von den verfahrensbezogenen Abklingbedingungen ab. Maßgeblich bleiben die für das konkrete Verfahren festgelegten Freigabekriterien. KRINKO-Empfehlung zur Flächenhygiene
Den Ablauf nachvollziehbar dokumentieren
Für ein betriebliches Protokoll können folgende Angaben sinnvoll sein:
Datum und Raumbezeichnung
verantwortliche Person
eingesetztes System und gewähltes Programm
dokumentierte Vorbereitung
verfügbare Prozessdaten
Abweichungen oder Unterbrechungen
Zeitpunkt und Verantwortlichkeit der Freigabe
Welche Angaben tatsächlich erforderlich sind, sollte die Einrichtung passend zu ihrem Verfahren festlegen. Die Dokumentation unterstützt Übergaben und erleichtert es, Abweichungen nachzuvollziehen.
NEXT PROTECT im bestehenden Hygienekonzept
Bei der Planung einer Anwendung mit NEXT PROTECT werden Raum, Nutzung und bestehende Hygieneabläufe gemeinsam betrachtet. Grundlage sind die vorgesehene Systemkonfiguration, die Produktunterlagen und die für den Einsatz relevanten Nachweise.
So lässt sich klären, welchen Platz das Verfahren im Hygieneplan einnehmen kann und welche organisatorischen Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen.




