In Tierhaltungsbetrieben und veterinärmedizinischen Einrichtungen treffen unterschiedliche Räume, Arbeitsabläufe und hygienische Anforderungen aufeinander. Ein wirksames Hygienekonzept muss diese Bereiche einzeln betrachten und gleichzeitig einen einheitlichen Ablauf ermöglichen.
Dabei geht es nicht nur um die eingesetzten Mittel. Ebenso wichtig sind Vorbereitung, Verantwortlichkeiten, Prozessparameter und Dokumentation.
Was Biosicherheit im Betriebsalltag bedeutet
Biosicherheit umfasst Maßnahmen, die das Einschleppen und die Verbreitung von Krankheitserregern begrenzen sollen. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt von der Betriebsstruktur, den Tierkontakten, den Arbeitswegen und den jeweiligen Risikobereichen ab.
Die Hygienemaßnahmen sollten deshalb auf die konkreten betrieblichen Bedingungen abgestimmt und miteinander kombiniert werden.
(BMLEH: Empfehlungen für Hygienemaßnahmen bei der Haltung von Wiederkäuern)
Bereiche getrennt bewerten
Nicht jeder Bereich benötigt denselben Prozess. Für die Planung können beispielsweise folgende Zonen unterschieden werden:
Ställe und abgegrenzte Stallabteile
veterinärmedizinische Behandlungsräume
Quarantäne- und Isolationsbereiche
Transportmittel und mobile Einrichtungen
Material-, Lager- und Versorgungsräume
Für jeden Bereich werden Nutzung, Raumvolumen, Oberflächen, Ausstattung und mögliche Kontaminationswege separat bewertet.
Reinigung und Desinfektion getrennt planen
Reinigung und Desinfektion sind aufeinander abgestimmte, aber unterschiedliche Prozessschritte. Grobe und sichtbare Verunreinigungen müssen zunächst entsprechend dem betrieblichen Hygieneplan entfernt werden.
Erst danach kann ein geeignetes Desinfektionsverfahren unter den vorgesehenen Bedingungen durchgeführt werden. Dazu gehören unter anderem Konzentration, Einwirkzeit, Raumvolumen, Materialverträglichkeit und Wiederbetretung.
Bei behördlich angeordneten Maßnahmen gelten die Vorgaben der zuständigen Stellen sowie die dafür bestimmten Mittel und Verfahren.
(Tiergesundheitsgesetz § 7)
Fünf Fragen vor der automatisierten Raumdesinfektion
Vor der Anwendung sollte geklärt werden:
Ist der Bereich für das vorgesehene Verfahren geeignet?
Welches Raumvolumen muss berücksichtigt werden?
Welche Oberflächen und Ausstattungsgegenstände befinden sich im Raum?
Welche Prozess-, Sicherheits- und Wiederbetretungszeiten gelten?
Wie werden Durchführung und Freigabe dokumentiert?
So wird aus einer einzelnen Maßnahme ein definierter und wiederholbarer Prozess.
NEXT PROTECT im Hygienekonzept
NEXT PROTECT kann bestehende Reinigungs- und Hygienemaßnahmen in geeigneten, definierten Bereichen ergänzen. Der automatisierte Prozess unterstützt insbesondere die Behandlung schwer zugänglicher Flächen.
Die konkrete Anwendung wird gemeinsam mit den verantwortlichen Fachkräften geplant und auf Raum, Nutzung, Systemkonfiguration und freigegebene Prozessparameter abgestimmt.
Dokumentation schafft Nachvollziehbarkeit
Eine Prozessdokumentation kann folgende Angaben enthalten:
behandelte Zone oder Raumkennung
Datum und Zeitpunkt
Anlass der Anwendung
verwendetes Programm
relevante Prozessparameter
verantwortliche Person
Abweichungen oder besondere Hinweise
Zeitpunkt der Freigabe
Dadurch bleiben wiederkehrende Hygienemaßnahmen für Betriebsleitung, Veterinärwesen und interne Kontrollen nachvollziehbar.
Vom einzelnen Raum zum abgestimmten Hygienekonzept
Ein belastbarer Hygieneprozess berücksichtigt die Besonderheiten jedes Bereichs, ohne den betrieblichen Ablauf unnötig kompliziert zu machen.
Entscheidend ist, dass Reinigung, Desinfektion, Sicherheitsvorgaben und Dokumentation gemeinsam geplant werden.




