Was bedeutet raumtrockene Vernebelung?
Raumtrockene Vernebelung beschreibt ein automatisiertes Verfahren, bei dem ein Wirkstoff fein im Raum verteilt wird. Ziel ist eine gleichmäßige Behandlung der zugänglichen Oberflächen, ohne dass sichtbare Flüssigkeit auf den Flächen zurückbleibt.
Der Prozess wird innerhalb eines vorbereiteten und definierten Raums durchgeführt. Entscheidend sind dabei die verwendete Systemkonfiguration, das gewählte Programm und die Bedingungen vor Ort.
Was bedeutet „raumtrocken“?
Bei einer raumtrockenen Vernebelung wird der Wirkstoff nicht wie bei einer klassischen Sprühdesinfektion gezielt auf einzelne Flächen aufgetragen. Stattdessen wird er als feine Vernebelung in den Raum eingebracht und dort verteilt.
Der Begriff „raumtrocken“ beschreibt dabei das gewünschte Ergebnis an den behandelten Oberflächen: Es soll keine sichtbare Nässe oder Flüssigkeitsansammlung zurückbleiben.
Wie der Wirkstoff verteilt wird und welche Bedingungen dafür gelten, hängt vom konkreten System, dem Raumvolumen und dem eingesetzten Programm ab.
Wie verteilt sich der Wirkstoff im Raum?
Ein automatisierter Prozess soll auch Bereiche erreichen, die bei einer manuellen Anwendung schwer zugänglich sind. Dazu gehören beispielsweise Zwischenräume, Rückseiten, Innenbereiche oder komplexe Geometrien.
Die tatsächliche Verteilung hängt jedoch von mehreren Faktoren ab:
Raumgröße und Raumgeometrie
vorhandene Einbauten und Textilien
Positionierung des Systems
gewähltes Programm
Wirkstoffkonzentration
Einwirkzeit
Temperatur und Luftfeuchtigkeit
vorgesehene Wiederbetretungszeit
Die DIN EN 17272 beschreibt Prüfverfahren für die luftübertragene Raumdesinfektion durch automatisierte Prozesse. Die jeweiligen Ergebnisse gelten innerhalb der geprüften Systemkonfiguration und Prozessparameter. DIN Media: DIN EN 17272
Raumtrockene Vernebelung ersetzt keine Reinigung
Eine Vernebelung entfernt keine sichtbaren Verschmutzungen. Deshalb müssen die erforderlichen Reinigungs- und Vorbereitungsschritte vor dem automatisierten Prozess durchgeführt werden.
Das Robert Koch-Institut beschreibt berührungslose apparative Verfahren als mögliche Ergänzung zur Wischdesinfektion und weist darauf hin, dass die Wirksamkeit von Raumgröße, Ausstattung und Erreichbarkeit der Flächen abhängt. KRINKO-Empfehlung zur Flächenhygiene
Die Vernebelung sollte deshalb immer in den bestehenden Hygieneplan und die freigegebenen Anwendungsvorgaben eingebunden werden.
Welche Prozessparameter sind wichtig?
Für einen nachvollziehbaren Prozess müssen die relevanten Bedingungen bekannt und dokumentiert sein.
Dazu gehören je nach Verfahren:
eingesetztes System
verwendeter Wirkstoff
Raumvolumen
gewähltes Programm
Einwirkzeit
Temperatur und Luftfeuchtigkeit
Positionierung des Systems
verfügbare Prozessdaten
Abkling- und Wiederbetretungsbedingungen
Diese Angaben helfen dabei, die Anwendung zu planen, die Ergebnisse einzuordnen und den Ablauf später nachvollziehen zu können.
Der Ablauf in vier Schritten
01 · Raum vorbereiten
Den vorgesehenen Bereich reinigen, vorbereiten und entsprechend den Anwendungsvorgaben sichern.
02 · System positionieren
NEXT PROTECT für das definierte Raumvolumen und die vorgesehene Anwendung aufstellen.
03 · Programm starten
Das freigegebene Programm auswählen und den automatisierten Prozess starten.
04 · Prozess abschließen und dokumentieren
Den Zyklus vollständig abschließen, die Wiederbetretungsbedingungen einhalten und die verfügbaren Prozessdaten dokumentieren.
Zertifizierte Wirksamkeit richtig einordnen
Ein zertifiziertes Verfahren wird unter definierten Bedingungen geprüft. Die Aussage bezieht sich deshalb immer auf den dokumentierten Geltungsbereich.
Für eine fachliche Bewertung sollten neben dem Wort „zertifiziert“ auch folgende Angaben betrachtet werden:
geprüfte Organismengruppen
Systemkonfiguration
Raumvolumen
Prozessparameter
Einwirkzeit
Prüfverfahren
Prüfbericht und Dokumentnummer
Bedingungen für die konkrete Anwendung
So wird aus einer allgemeinen Wirksamkeitsaussage ein nachvollziehbarer Nachweis für die geplante Anwendung.
NEXT PROTECT und raumtrockene Vernebelung
NEXT PROTECT verbindet einen automatisierten Prozess mit definierten Programmen und dokumentierbaren Prozessparametern.
Welche Konfiguration für einen konkreten Raum geeignet ist, wird anhand der Raumsituation, der vorgesehenen Nutzung und der verfügbaren Nachweise eingeordnet.




